Bundesdenkmalamt
Fokus Denkmal 4
Die romanischen Portalreliefs des Domes zu Gurk
Artikel Nr 1992
ISBN 978-3-85028-666-4
erschienen 18.09.2014
Maße 28,1 x 21,0 x 1,2 cm
Seitenanzahl 180 Seiten mit 165 Abb.
Einband Softcover
Gewicht 2000 g
Preis 21,90
Lieferstatus   Lieferbar
Buchbeschreibung
Die Reihe FOKUS DENKMAL präsentiert bedeutende Kunst und Geschichtsdenkmale nach ihrer Konservierung und Restaurierung und beleuchtet die Themen der Denkmalpflege. Die Forschungsergebnisse im Rahmen einer Restaurierung erschließen unbekannte Dimensionen eines Objekts. Die Einheit von Erforschung und Erhaltung gehört zum Kern des denkmalpflegerischen Auftrags, denn das Verständnis der Kunst- und Baudenkmale führt zur Wertschätzung, Anerkennung und Teilhabe in der Öffentlichkeit. Dies wiederum ist die Grundlage für das gesellschaftliche Einverständnis für die Bewahrung und für das notwendige Engagement bei der Erhaltung des kulturellen Erbes.

Die filigranen, farbig gefassten Holzreliefs an den Türflügeln des Gurker Domes aus dem frühen 13. Jahrhundert sind Besonderheiten der romanischen Schnitzkunst in Österreich. Die Gegenüberstellung von Geschehnissen aus dem Alten und dem Neuen Testament in Form einer Typologie sowie die Darstellung der Wurzel Jesse als Stammbaum Christi bilden ein dicht gesponnenes Bildprogramm. Dieses wird in konzentrierten Einzelformen und mit großer künstlerischer Direktheit vorgetragen. Die Einfügung aller Darstellungen in Rankenmedaillons ist inhaltlich begründet, gibt aber den Türblättern gleichwohl eine ornamentale Struktur, welche als Schmuck bestens geeignet ist.

In einem umfassenden Forschungs- und Konservierungsprojekt des Bundesdenkmalamtes wurden restauratorische, naturwissenschaftliche und kunstgeschichtliche Untersuchungen interdisziplinär verknüpft. Modernste Dokumentationsmethoden erlauben Einblicke in den Entstehungsprozess, das Gefüge, die Materialität und den überlieferten Zustand der Reliefs und der Türflügel. Der Bogen vom ›making of‹ über alle Phasen der Nachgeschichte bis hin zum gegenwärtigen Altersbild entschlüsselt das Kunstwerk, das über die Zeiten zum Kunstdenkmal geworden ist. Die Ergebnisse des Projekts bilden den Gegenstand einer Ausstellung im Kunsthistorischen Museum in Wien.
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