Bundesdenkmalamt
Fokus Denkmal 2
Das Keckmann-Epitaph in Stein und Gips
Artikel Nr 1551
ISBN 978-3-85028-544-5
erschienen 01.12.2011
Maße 28,0 x 21,0 cm
Seitenanzahl 128 Seiten
Einband Pappband cellophan.
Gewicht 1000 g
Preis 19,00
Lieferstatus   Lieferbar
Buchbeschreibung
Die Reihe FOKUS DENKMAL präsentiert bedeutende Kunst- und Geschichtsdenkmale nach ihrer Konservierung und Restaurierung und macht auf die Herausforderungen der Denkmalpflege aufmerksam. Die Ergebnisse einer Restaurierung erschließen neue Dimensionen eines Objekts, die es noch interessanter und spannender machen. Die Einheit von Erforschung und Erhaltung gehört zum Kern des denkmalpflegerischen Auftrags, denn das Verständnis der Kunstwerke und Baudenkmale führt zur Wertschätzung, Anerkennung und Teilhabe in der Öffentlichkeit. Das wiederum ist die Grundlage für das Einverständnis über die Bewahrung und für das notwendige Engagement bei der Erhaltung des kulturellen Erbes.

Das Keckmann-Epitaph in St. Stephan in Wien aus der Zeit um 1512 gehört zu den interessantesten Grabdenkmälern im Dom. Mit der szenarischen Darstellung der Martinsmesse zeigt es ein ganz ungewöhnliches Bildmotiv, das mit einer erstaunlichen erzählerischen Kraft und Liebe zum Detail geschildert wird. Form und Ausdruck pendeln zwischen Spätgotik und Frührenaissance und verraten etwas über die Souveränität einer Bildhauerwerkstatt, welche mit den verschiedenen Spielarten der Stile jener Zeit umzugehen versteht. Die Konservierung und Restaurierung haben eine Reihe spannender Fragen aufgeworfen, die sich um den Entstehungsprozess und um das ursprüngliche Erscheinungsbild drehen. Diese Fragen gelten insbesondere den Hinterlassenschaften der farbigen Oberflächenfassungen am Stein, den man heute in hohem Maße als steinsichtig zu sehen gewohnt ist. Die konservatorische Bewahrung und wissenschaftliche Erschließung der - jetzt noch fassbaren - ungeheuer feinen und mannigfaltigen Farbgestaltungen an einem Steinbildwerk eröffnen einen kleinen Kosmos an kultureller Vielfalt, welcher die überlieferten Bildhauerarbeiten des ausgehenden Mittelalters nochmals attraktiver macht. Eine erhalten gebliebene Gipsabformung aus dem Jahre 1875 in der Glyptothek der Akademie der bildenden Künste in Wien bildet ein frühes Zeugnis für die hohe Wertschätzung des Keckmann-Epitaphs im Zuge der Wiederentdeckung der mittelalterlichen Kunst im 19. Jahrhundert. Auch sie ist Gegenstand dieses Bandes.
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